Archiv für November 2012

Diskussionsveranstaltung an diesem Mittwoch

Diesen Mittwoch (28.11.) lädt der Arbeitskreis Zivilklausel herzlich zur Diskussionsveranstaltung unter dem Titel „Krieg fängt hier an! Warum eine Zivilklausel am Fachbereich Politik- und Sozialwissenschaften?“. Sie beginnt um 18 Uhr im Hörsaal A der Ihnestr. 21 des Otto-Suhr-Instituts (OSI).
Es referieren Dr. Peer Heinelt (promovierter Politologe und freier Autor) zu dem Einfluss von Militär und Rüstungsindustrie auf Lehre und Forschung an Unis und dem Nutzen einer Zivilklausel, Prof Dr. Sven Chojnacki (Leiter des Bereichs Friedens- und Konfliktforschung am OSI) zur Relevanz einer Zivilklausel für die Politik- und Sozialwissenschaften im Speziellen, Detlef Hartmann (antimilit. Aktivist, Rechtsanwalt und Autor) zur Bewertung der Zusammenarbeit von Hochschulen und Militär vor dem Hintergrund der aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen und Ellen Höhne (antimilit. Aktivistin aus Bremen) zum Hintergrund der Zivilklausel in Bremen und den Auseinandersetzungen um ihre Verlängerung. Nach der anschließenden Diskussion wird der aktuelle Entwurf der Zivilklausel für den Fachbereich vorgestellt.

Kommt zahlreich und diskutiert mit!

Mittwoch, 28.11. um 18.00 Uhr
Ihnestraße 21, Hörsaal A

Petition für Zivilklausel unterschreiben

Die Petition an den Fachbereichsrat Politik- und Sozialwissenschaften zur Etablierung einer Zivilklausel ist online.
Jetzt unterschreiben und weiterleiten!

http://tinyurl.com/Zivilklausel

Was ist eine Zivilklausel?
Unter einer Zivilklausel versteht mensch zumeist eine schriftliche Erklärung, die alle Wissenschaftler_innen einer Universität dazu verpflichtet, weder militärische Forschungsvorhaben zu verfolgen, noch Gelder von militärisch orientierten Geber_innen (Bundeswehr, Rüstungsindustrie o.ä.) anzunehmen.

Wozu eine Zivilklausel in den Sozialwissenschaften?
Wissenschaft trägt die Verantwortung für die Folgen und Verwendung ihrer Forschung, sie hat die Verpflichtung im gesamtgesellschaftlichen Interesse für ein freiheitliches und friedliches Zusammenleben zu forschen. Dabei darf sich die Wissenschaft nicht hinter dem Deckmantel der „Freiheit von Forschung und Lehre“ verstecken oder ihre Unabhängigkeit an Militär und Rüstungs-unternehmen verlieren.
Auch im Bereich der Politik- und Sozialwissenschaften wird militärische Forschung betrieben, da für Militärinterventionen und Kriege Wissen über soziale, ökonomische und infrastrukturelle Zusammenhänge Vorraussetzung sind. Durch die Bereitstellung dieser Informationen macht sich diese Forschung mitschuldig und die Freiheit von Lehre und Forschung wird systematisch missbraucht.

Militärforschung am OSI
Auch das OSI ist zu einer interessanten Wissensquelle für die Bundeswehr geworden. Am deutlichsten wurde dies durch eine Studie, die die zur gleichen Zeit am SFB 700 arbeitenden Forscher Jan Köhler und Christoph Zürcher im Jahr 2007 für das Bundesverteidigungsministerium durchführten. Diese befasste sich mit der Einstellung von Bewohner_innen Nordostafghanistans gegenüber den deutschen Militärs und lieferte der Bundeswehr somit wichtiges Wissen bezüglich einer ‚effektiven’ Interventionsstrategie. Das Beispiel Zürcher/Köhler zeigt: Auch am OSI wird Forschung betrieben, die sich bestens mit Interessen von Bundeswehr und Rüstungslobby verträgt. Eine Zivilklausel setzt hier ein deutliches Zeichen, dass Forschung ausschließlich zivilen Zwecken dienen soll und darf.

Wer sind wir?
Um auch am Fachbereich Politik- und Sozialwissenschaften das Forschen für den Krieg zu verhindern, hat sich am Ende des Sommersemesters eine Gruppe Studierender verschiedener Fachrichtungen zusammen gefunden. Unser Ziel ist es, gegen Forschung vorzugehen, die militärisches Vorgehen erst möglich macht – sei es durch Entwicklung technischer Innovationen oder v.a. auch durch Produktion kriegsrelevanten Wissens in Form von sozialwissenschaftlichen Untersuchungen. Dies wollen wir einerseits durch die Verankerung einer sog. Zivilklausel am Fachbereich Politik- und Sozialwissenschaften erreichen. Andererseits wollen wir mit direktem Widerstand und Protestaktionen gegen Forschung für den Krieg am Fachbereich vorgehen.

Informiert euch, engagiert euch, macht mit!